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Wie steige ich besser in der Thermik?

Computerstimme, Stand 2026-10-25. Bilder, Videos und Animationen werden beschrieben.
Diesen Herbst bin ich einen A-Schirm geflogen und damit 80 Kilometer bei schwierigen Bedingungen. Wenn du an den richtigen Ort fliegst, den richtigen Kern triffst und die richtige Technik anwendest, geht das mit einem A-Schirm sehr gut. Genau darum geht es hier: den Kern treffen und in ihm bleiben.
Deine Vermutung
Das Vario piept beim Thermikkreisen plötzlich deutlich lauter. Was machst du?
Was hier steht, ist meine Sicht der Dinge. Bei vielen Basics sagen viele dasselbe und da ist etwas Wahres dran. Ab einem gewissen Punkt gehen die Meinungen aber stark auseinander und dort findest du für dich heraus, womit du besser steigst.
Warum steigen die anderen besser?
Mich hat das früher aufgeregt. Wenn jemand neben mir besser gestiegen ist, kam eine Wut hoch, eine Enge. Das hat Kapazität gekostet und dann bin ich noch schlechter gestiegen. Allein, ohne den Vergleich, bin ich besser geflogen.
Cindy S., Mentalcoachin aus dem Wallis, hat mir dazu gesagt: Sieh sie doch als Inspiration. Überleg dir, was machen die jetzt besser, rein technisch. Oder geh mit Neugier ran, wie bei einem Adler. Der ist eh immer besser und du bist fasziniert. Seither denkt mein Kopf anders: Zuerst mache ich mega viel gut, ich steige ja. Und dann schaue ich hin. Die Handstellung, der Schirm, vielleicht eine andere Gewichtsbelastung, zentriert er besser, ist er besser im geringsten Sinken? Wer besser steigt als ich, macht etwas besser als ich. Das gilt es herauszufinden. Darum geht es in diesem Artikel.
Warum es an schwachen Tagen zählt
Im Herbst steigt die Luft oft langsam auf, wie in einer Lavalampe, mit einem halben bis einem Meter. Wenn es kräftig geht, kommen fast alle hoch, auch mit einem unruhigen Kreis. Je schwächer die Thermik, desto mehr zählt, wie sauber du kreist.
Kelly Farina hat einen Satz, der sich durch sein ganzes Buch zieht:
Je weniger Fehler du machst, desto weniger Leistung brauchst du wirklich.
Drei Schritte, in dieser Reihenfolge
Schritt 1Der Kreis hat die richtige Grösse. Er liegt ganz im Aufwind.
Schritt 2Der Kreis ist gleichmässig. Der Schirm bleibt ruhig über dir und deine Geschwindigkeit bleibt gleich.
Schritt 3Du verschiebst ihn zum Kern. Erst jetzt.
Den Kern findest du über ein Gefühl und über den Varioton, dazu weiter unten mehr. Dafür brauchst du einen freien Kopf, also Kapazität. Kapazität ist der Grundbaustein zum Lernen: Mit ihr nimmst du Informationen wahr und triffst Entscheidungen, nach Gespür oder im Kopf. Den freien Kopf hast du, sobald der Kreis von allein läuft.
Einfliegen und eindrehen
Beim Einflug fällt die Kappe zurück und der Druck in den Bremsen steigt. Du gibst frei, bis der Schirm wieder über dir steht. Wie das geht, steht im Artikel über das aktive Fliegen. Eingedreht wird erst, wenn der Schirm über dir ist.
Sobald du im Steigen bist, zählst du bis drei. Das sind rund 30 Meter, in denen du spürst, ob die Thermik etwas taugt. Eine brauchbare Thermik fühlt sich satt an und der Schirm zieht dich. Blasen und Turbulenz fühlen sich daneben leicht an. Eine Thermik, die gerade anfängt oder aufhört, kann sich allerdings genauso leicht anfühlen. Das Gefühl dafür wird mit jedem Flug besser.
Fühlt es sich nach drei Sekunden noch gut an, drehst du zu der Seite, die dich zieht oder die sich hebt. Die Seite zeigt dir der Schirm, auch wenn deine Lieblingsrichtung die andere ist.
Eingedreht wird weich: zuerst das Gewicht mit der Hüfte, dann die Innenbremse langsam dazu, höchstens 5 bis 10 Zentimeter pro Sekunde. Das erste Viertel des Kreises darf etwa fünf Sekunden dauern, jedes weitere Viertel vier. Ein ganzer Kreis braucht so rund 16 Sekunden. Diese 16 Sekunden und die vier Kreise bis zum Kern sind Richtwerte aus den Büchern, eine Orientierung, an der du dich messen kannst.
Von oben: eindrehen

Der Kreis: rund und gleichmässig
Der häufigste Fehler ist ein Kreis, der zu weit ist. Dann fliegst du um die Thermik herum oder in jedem Kreis einmal hinein und wieder hinaus. Die vier Sekunden pro Viertel helfen dir, den Kreis in den Aufwind zu legen.
Der zweite ist das Pendeln. Ziehst du die Innenbremse zu schnell, schwingst du unter dem Schirm nach aussen und wieder zurück. Dabei wird Höhe zu Geschwindigkeit. Das Vario piept trotzdem, weil du als Pendel für einen Moment steigst. Wer daraufhin noch enger eindreht, dreht an einer Stelle, an der es gar nicht besser steigt. Je schwächer die Thermik, desto mehr kostet jeder Schwung.
Von der Seite: eindrehen
Der dritte: Der Schwung im Kreis schwankt. Mal richtet sich der Schirm auf und der Kreis geht ungewollt auf, mal wickelt er sich zu einer kleinen Spirale ein. Dann musst du ihn neu aufbauen und das kostet jedes Mal Höhe. Burkhard Martens bringt es in seinem «Thermikbuch» auf drei Wörter: «Nie eckig fliegen». Die Schräglage wechselst du nur vorsichtig, mit kleinen Steuerimpulsen und dem Gewicht, denn jeder Wechsel kostet zusätzliches Sinken.
So denke ich es mir: Höhe ist Energie. Wenn ich einen Kreis ansetze, verkaufe ich dafür Höhe, einen Meter, zwei. Jedes Mal, wenn ich geradeaus fliege und den Kreis neu ansetze, wenn ich eckig fliege, verkaufe ich wieder Höhe, damit ich korrigieren darf. Je weniger ich verkaufe, desto mehr Höhe habe ich. Und dann steigt einer plötzlich eine Schirmlänge weg und noch eine.
Was hilft, ist eine klare Aufgabe für jede Hand. Als Basis gilt:Die Innenhand bestimmt Richtung und Grösse des Kreises, mit ihr machst du ihn auf und zu. Die Aussenhand geht auf Kontakt und korrigiert Störungen. Sie fängt den Schirm ab, wenn er vorschiesst und in den Kreis abtauchen will. Fällt er nach hinten, gibt sie nach. Sonst bleibt sie auf Kontakt und lässt ihn fliegen. Auf Kontakt heisst: ein bisschen Druck. Dann hast du beide Türen offen, du kannst loslassen und du kannst ziehen. Bist du mit der Aussenbremse ganz oben, kannst du nur ziehen. Und du spürst den Schirm. Wie der Körper einen Tennisschläger als Verlängerung der Hand annimmt, sobald du ihn richtig hältst, so kommt über diesen Druck die Information vom Schirm zu dir. Ich mache die Augen zu und spüre meine Hand. Dazu eher mehr Gewicht und weniger Bremse: Mit mehr Gewicht brauchst du für dieselbe Schräglage weniger Zug, der Schirm fliegt etwas schneller und hat mehr Innendruck.
Daneben gibt es Techniken für Fortgeschrittene. Manche schwören auf die Aussenhand: Sie machen den Kreis damit auf und zu und bleiben innen einfach drauf. Ich arbeite lieber mit innen, weil ich dort mehr Stabilität habe: Die Innenhand ist schon auf mehr Druck, so gehen Korrekturen viel einfacher. Mit aussen bin ich aber immer auf Kontakt. In schwacher Thermik arbeite ich auch mehr mit aussen, um den Kreis ganz sanft aufzumachen. Wichtig ist, dass du die Techniken kennst und ausprobierst.
Den Druck kennst du aus dem letzten Artikel: so viel, dass du die Verbindung zu deinem Schirm spürst. Denselben Druck brauchst du in der Thermik, um am besten zu steigen. Und wie dort gilt auch hier: Es gibt nicht die Technik, sondern die Technik, die für dich funktioniert.
Den Kern finden
Eine Thermik ist oft breiter als dein Kreis. Das Steigen ist darin aber ungleich verteilt: Gerade in kräftiger Thermik nimmt es zum Kern hin deutlich zu. Ein grosses Aufwindfeld hat oft mehrere Kerne. So zeigen es Messflüge mit Segelflugzeugen. Deshalb steigt es in fast jedem Kreis auf einer Seite besser.
Das spürst du, bevor das Vario es sagt: Es ist der Moment, in dem es dich hochzieht. Auf welcher Seite war es eben besser? Trainieren kannst du das, wenn du ohne Vario fliegst. Und solange du pendelst, misst das Vario dein Pendeln mit.
Die Regel dazu:
- Nimmt das Steigen zu, machst du den Kreis auf und fliegst flacher.
- Nimmt es ab, ziehst du ihn wieder zu und fliegst steiler.
- Bleibt es gleich, behältst du den Kreis.
So wandert dein Kreis Runde für Runde dorthin, wo es am besten steigt.
Von oben
- merkenIn der ersten Runde merkst du dir, wo es am stärksten steigt.
- aufmachenAb der zweiten machst du etwa einen Viertelkreis vorher auf, petrol markiert. Dort wird der Kreis zum Oval und wandert ein Stück zum Kern, zweimal 20 Meter, dann 10, dann 5.
- im KernNach vier Kreisen drehst du im Zentrum.
Wie du den Kreis verschiebst. Das Gewicht bleibt drin, du öffnest nur die Innenhand. Langsam wie beim Eindrehen und für etwa zwei Sekunden. Der Kreis wandert dabei rund 20 Meter in diese Richtung. Dann ziehst du die Innenhand genauso langsam wieder an. Bist du näher dran, öffnest du für eine Sekunde, das sind etwa 10 Meter. Bist du fast im Kern, reicht eine halbe Sekunde. Am Ende sieht dein Weg durch die Luft aus wie ein Telefonkabel: eine Schlaufe an der anderen, jede ein Stück versetzt.
Nimmst du dafür das Gewicht heraus und fliegst ein Stück geradeaus, musst du danach neu eindrehen und jeder neue Einstieg kostet wieder Höhe. Das lohnt sich, wenn die bessere Stelle weit weg ist, zum Beispiel bei einem Schirm, der 50 Meter neben dir deutlich besser steigt. Dann fliegst du hin und drehst dort neu ein.
Wann du aufmachst. Dafür gibt es zwei Regeln. Die erste: Sobald das Steigen zunimmt, also kurz bevor du an der stärksten Stelle bist. Wenn das Vario am lautesten piept, bist du dort meist schon vorbei, denn es zeigt mit einer kleinen Verzögerung an. Dazu kommt: Während du die Innenhand öffnest, bleibt das Gewicht drin und du drehst noch ein Stück weiter. Machst du genau dort auf, wo es am stärksten war, zieht dein Kreis an der starken Stelle vorbei.
Die zweite Regel: Beim ersten Mal merkst du dir nur, wo es am stärksten gestiegen ist. Das ist eine Information, den Kreis lässt du dabei, wie er ist. Beim nächsten Vorbeikommen weisst du es, wie im Karussell in der zweiten Runde: Etwa einen Viertelkreis vorher machst du den Kreis auf und bewegst dich wie ein Adler zu der Stelle, an der du in der Runde davor das stärkere Steigen gefunden hast. Die erste Regel reagiert auf das, was du gerade spürst, die zweite auf das, was du dir gemerkt hast. In der Luft greifen beide ineinander.
Vom Groben zum Feinen. Stell dir vor, du schnitzt eine Figur aus einem Holzklotz: zuerst mit der Kettensäge, dann mit dem Meissel, zuletzt mit Schleifpapier. Am Anfang merkst du dir nur die Seite: Dort drüben war es besser. Mit der Zeit spürst du, in welchem Viertel des Kreises es am besten ging. Und irgendwann weisst du, in welche Richtung genau der Kern liegt und wann du dafür aufmachen musst.
Die Drehrichtung behältst du. Ein Wechsel kostet Höhe und dein Vario zeigt danach eine Weile falsche Werte. In einer engen Thermik fällst du dabei leicht ganz heraus.
Die ganze Thermik: schwach, kräftig, am Hang
Wie steil du grundsätzlich kreist, hängt von der ganzen Thermik ab. Die Regel fürs Verschieben gilt dabei weiter.
Schwach: Lucian Haas fasst es in seinem Blogartikel «Die Kunst des Nullschieber-Kurbelns» auf Lu-Glidz in drei Teilen zusammen: «so gleichmässig wie möglich, so flach wie möglich, so eng wie nötig kurbeln». Jeder Ruck an der Bremse kostet hier mehr, als er bringt.
Kräftig und eng: steiler und enger, damit du im Kern bleibst. In einer ruppigen Thermik ist es im Zentrum oft ruhiger als am Rand. Mit grossen Kreisen fliegst du durch jede Randturbulenz. Mehr Schräglage holst du dir dabei eher mit dem Gewicht als mit einer tiefen Innenbremse.
Am Hang: Dort ist der Aufwind oft nur ein schmales Band entlang des Hangs. Dann fliegst du Achter und drehst immer vom Hang weg, bis du hoch genug bist für den ersten ganzen Kreis.
Umgedreht wird jeweils im Steigen. Merk dir zum Beispiel einen Punkt A, an dem es immer steigt. Dort drehst du um, fliegst dem Hang entlang weiter und drehst wieder dort, wo es am besten steigt. Denn in der Kurve verlierst du Höhe. Drehst du im stärksten Steigen, verlierst du am wenigsten, bleibst sogar am längsten darin und machst noch extra Höhe.
Als Faustregel für den ersten ganzen Kreis: Er geht, sobald die Hälfte des Kreises, die zum Hang zeigt, noch Luft hat. Rechne mit dem Durchmesser deines Kreises, 50 bis 80 Meter, dazu eine Reserve. Den ersten Kreis drehst du vom Hang weg und so, dass du auf dem Weg zurück zum Hang jederzeit geradeaus ausfliegen kannst. Bist du über der Hangkante, ist der Kreis frei.
Von oben: am Hang
Mit Wind neigt sich die Thermik und versetzt deine Kreise. Steigst du zwei Kreise gut und dann ist es weg, hat dich oft der Wind auf die Leeseite geschoben. Wie du darin zentrierst, bekommt einen eigenen Artikel.
Tief oder hoch
Bist du tief, gilt «Beggars can't be choosers»: Du nimmst jedes Steigen, das du mit genug Abstand zum Gelände drehen kannst. Dann ist die 0,5-m-Thermik, die du jetzt hast, gut und du drehst sie aus. Die Zwei-Meter-Thermik suchst du dir wieder, wenn du oben bist.
Unten ist eine Thermik oft noch unruhig und hat mehrere Kerne, weiter oben wird sie meist geordneter. Hier hilft Geduld. Auch ein Nullschieber, in dem du die Höhe gerade hältst, wird manchmal noch zum Steigen.
Bist du hoch, darfst du wählerisch sein und Schwaches stehen lassen. Höhe ist Zeit für Entscheidungen. Mit mehr Höhe darfst du mehr Fehler machen.
Mit anderen in der Thermik
Wer schon kreist, gibt die Richtung vor und du drehst mit. Für das Einordnen reicht ein Satz: Du fliegst dort in die Thermik, wo du den Hinterkopf der anderen siehst. Dann fliegst du mit ihnen und kommst ihnen nie entgegen. Halte Abstand und schau regelmässig nach oben und nach unten.
Und die anderen zeigen dir, wo es steigt. Steigt einer auf der anderen Seite des Kreises besser, verschiebst du deinen Kreis dorthin.
Bei meinen ersten Tandemflügen diesen Herbst, sanfte Thermik, 0,3 Meter im besten Fall, waren wir zu dritt in der Thermik: das Tandem, ein B-Schirm und ein C-Schirm. Wenn einer von uns mehr gestiegen ist, haben die anderen ihren Kreis dorthin verschoben. Wir waren eine Einheit. Dazu kam ein Zeolite, der höchstklassierte Schirm. Er sah ungeduldig aus, oder andersherum: sehr suchend. Immer wieder raus, hier, da. Wir drei sind besser gestiegen als er. Ich habe mich bei ihm bedankt, denn er hat für die Information bezahlt. An einem Punkt hat er für uns gesucht und gefunden. Da sind wir alle zu ihm: den eigenen Kreis fertig machen, ein Viertel vorher aufmachen, hinüber, wieder zu. Keine Ecke geflogen. Wäre er geduldiger gewesen, wäre er uns davongestiegen.

Am richtigen Ort
Das Richtige am falschen Ort zu machen, ist schwieriger, als am richtigen Ort zu sein. Dort musst du weniger richtig machen. Ein Südwesthang um 15 Uhr ist «the place to be». An einem Südosthang am Nachmittag musst du mehr richtig machen.

Darum lohnt es sich für alle, die gut steigen wollen, beim Drehen gut zu beobachten. Steigt ein Vogel oder ein anderer Schirm ein paar hundert Meter weiter besser und kommst du mit deiner Höhe leicht hin, lässt du die 1-m-Thermik liegen und fliegst zur 3-m-Thermik. Wolken und Hänge, die die Sonne sammeln, zu beobachten gehört zur Frage, wo du Thermik findest. Das ist ein grosses Thema für sich.
All das ist eine Frage der Kapazität und der nächste Schritt. Ist das Kreisen erst einmal automatisiert, geht es wie beim Autofahren. Mit 18 mussten wir an alles gleichzeitig denken, heute fahren wir fast wie mit Autopilot. Dann dürfen wir uns beim Thermikfliegen die Zeit zum Beobachten nehmen.
Was du jetzt üben kannst
Alle Übungen sind für ruhige Thermik mit genug Abstand zum Gelände und zu anderen Schirmen gedacht. Nimm dir pro Flug eine vor. Wer alle Punkte aus diesem Artikel in einem Flug trainiert, lernt am Ende nichts. Eins rauspicken, 20, 30 Mal machen, eine Erfahrung herausholen. Das ist wieder die Kapazität: Wer alles an einem Tag lernen will, hat keine für das, was gerade wichtig ist.
Und vorher die Frage, wo du ansetzt. Wer sich beim Steigen besser einschätzt, als er ist, übt an der falschen Stelle. Wer weiss, woran er arbeiten will, für den ist das Wie einfach: ein Stapel Bücher, mit Freunden zusammensitzen, sich selbst beobachten. Und wer sich selbst schwer einschätzt, holt sich den Blick von aussen.
Und beim Üben zählt eines mehr als jede Zahl: Vertrauen, dass es gut kommt, auch wenn es anders kommt als erwartet. «Vertrauen ist die stillste Form von Mut», sagt Irmgard Erath.
Den Kreis stoppen. Such dir einen markanten Punkt, zum Beispiel einen Gipfel. Dann zählst du die Sekunden, bis du wieder zu ihm schaust. Mach das in beide Richtungen. Liegt dein Kreis deutlich über 16 Sekunden, probier einen engeren und schau, was das Vario dazu sagt. Fliegst du eine Richtung lieber, übst du die andere bewusst mit.
Nur die Innenhand. Das Gewicht bleibt den ganzen Kreis über drin. Du öffnest die Innenhand für zwei Sekunden und ziehst sie langsam wieder an. Schau, wohin dein Kreis dabei wandert.
Die bessere Seite merken. In jeder Runde merkst du dir, wo es am besten gestiegen ist. Erst nur die Seite, später das Viertel. Dann machst du ein kleines Stück davor auf. Zähl dabei, wie viele Kreise du brauchst, bis du im Kern bist. Vier sind eine gute Marke.
Den Track lesen. Am Abend schaust du dir deine Kreise an, zum Beispiel auf XContest: wo du weit aussen gedreht hast, wo du nachzentriert hast und was es dir an Steigen gebracht hat. Und wie oft du durch eine Thermik durchgeflogen bist: Der 3D-Track zeigt das Steigen als kleine Farbstriche, rot, orange, wieder rot, dann blau. Drei Sekunden rot heisst: Ein Kreis hätte sich gelohnt.
Landen ist nie ein Fehler. Wenn dich das Üben in der Thermik zu viel Aufmerksamkeit kostet, lässt du es für heute. ulligunde hat es in unserem Gespräch so gesagt: «Das ist kein Kampf gegen die Thermik oder gegen die anderen, das ist ein Spielen.»
Jetzt bist du dran
Dein nächster Flug
Welche Übung nimmst du mit?
Schreib dir beide Zahlen mit dem Datum auf. Nach ein paar Flügen schaust du, ob sie sich bewegen.
Worum soll es im nächsten Artikel gehen?
Schreib mir, wie es gelaufen ist. Mit dem Knopf stehen deine Antworten von dieser Seite schon in der Mail.
Mail an info@streckenfliegen.com
Gespeichert wird hier nichts. Deine Antworten bleiben in deinem Browser, bis du die Mail selbst abschickst. Ich lese jede Mail.
Woher das Wissen kommt
Die Technik stammt vor allem aus dem Buch «Mastering Paragliding» von Kelly Farina (Englisch): die vier Sekunden pro Viertelkreis, die Aufgaben der beiden Hände, das Verschieben mit der Innenhand bei stehendem Gewicht, das Bild vom Groben zum Feinen, die Regel mit dem Hinterkopf beim Einordnen und der Grundsatz, dass weniger Fehler weniger Leistung brauchen. Die Dreierregel für schwache Thermik ist von Lucian Haas, aus seinem Blogartikel «Die Kunst des Nullschieber-Kurbelns» (Lu-Glidz, 2019). Die vier Kreise bis zum Kern nennt Adrian Thomas in «Twenty-Five Ways to Fly Better», Band 2. «Nie eckig fliegen» steht im «Thermikbuch» von Burkhard Martens (S. 160), dass der Wind dich ohne Nachzentrieren auf die Leeseite schiebt, ebenda (S. 168). Was Messflüge über die Verteilung des Steigens sagen, steht in der Fachschrift «Thermik von A bis Z» von Detlef Müller und Christoph Kottmeier. Die Auswahl, die Bilder und die Übungen sind von mir.






